mit diesem harmlosen Foto fing es an. Entstanden vor der Basilika in Castello mit dem Titel ‘Frau besichtigt Kirche’

Und dann kam ein Kommentar zu dem Foto:

Musensohn
Das Gotteshaus hat eine Krypta, zwei Orgeln, drei Schiffe und sechs Seitenkapellen … und um 16 Uhr spielen die Bayern gegen Valencia.

Barbara
nix da, da ist auch noch ein Museum…..;-)

Musensohn
Und letztendlich ein gutaussehender Ministrant. 😉 Die Ehe ist sowieso nicht mehr zu retten. Nur wegen Marvin hat Constanze Ronald noch nicht verlassen. Aber der hält seit seinem 8. Geburtstag (Videokonsole mit Flachbildschirm!!) zu Papa. Das schöne Tierbuch von Mama hat er nur einmal durchgeblättert.

Barbara
Mama hasst Eselsohren und so legte er das Buch zurück, wie alle anderen, die sich noch in den eingeschweißten Schutzumschlägen befanden. Jedes Jahr mußte er seiner Mutter ein Buch vorzeigen, das ihren Vorstellungen entsprach und so zeigte er jedes Jahr dieses Fuckbuch über Pinguine. Aus Solidarität mit dem Vater harrte er die 7 Stunden auf der Marmortreppe der Kathedrale aus in der Hoffnung auf ein neues Videospiel von Zöxfar. 4 Levels hatte er bei Kevin bereits geschafft. Er hasst Kevin abgrundtief, der sich nicht zum Affen machen muß mit dieser verspiegelten Sonnenbrille, die er von seinem Vater geschenkt bekommen hatte….

Musensohn
Angeblich sitzen die beiden da immer noch. Sie konnten sich ja mit Papas neuem i-phone eine Pizza und 1 Liter Coke bestellen. Constanze hatte sie gestern Abend in diesen Drei-Sterne-Freßtempel gezwungen. Sieben Gänge, aber Miniportionen, halbgar. Als Ronald spaßeshalber nach Ketchup gefragt hat, kriegte der Kellner einen Schwächeanfall. Der Abend war im Eimer.

Barbara
die Erlösung trat gegen 16.23 Uhr ein, als Constanze sichtlich irritiert aber rotbäckig heraustrat. Sie hatte sich endlich taufen lassen. 43 Jahre hatte sie Sorge um ihre immer frisch ondulierten Haare. Da sie aber wußte, dass die Pfarrerei immer wieder neue Events veranstaltete, um die Schäflein zu maximieren, hatte sie den richtigen Zeitpunkt gewählt. Sie bekam diesen schicken weißen Helm von Pfarrer Vincento und die Frisur saß! Sie war der 25034ste Täufling und hatte alles richtig gemacht.

Musensohn
Nur ihre Freundin Liz war entsetzt. Seit Jahren hatte sie versucht, Constanze für den Buddhismus zu gewinnen. Die Trekking-Tour 1988 nach Tibet war so vielversprechend gewesen. Oder hatte es nur an diesem smarten Reiseleiter aus Stuttgart gelegen, daß Constanze mitfuhr? Und jetzt – römisch katholisch? Das konnte doch nicht wahr sein. Liz mußte mit Ronald sprechen. Der hatte sie neulich so … so schmierig angesehen. Klar, war er ein Proll. Aber Constanze hatte öfter mit geheimnisvollem Lächeln von seinen schlafzimmerlichen Heldentaten berichtet. Manchmal war er angeblich so stürmisch, daß sie ihren Polohelm aufsetzen mußte. Oder stand Ronald etwa heimlich auf Jockeys?

Barbara
Ronald wollte nie ein Eigenheim in der Bernhard-Großmann-Straße, die nach seinem Schwiegervater benannt wurde, er wollte auch keinen Apfelbaum pflanzen, geschweige denn den jährlichen Rasenmäherwettbewerb zwischen den Nachbarn. Wie einen immer wiederkehrenden Todeshauch empfand er diese Kulturausflüge mit Constance.(seit ihrer interaktiven Gruppentherapie vor 3 Jahren schrieb sie sich mit C) Der Februar war die Geburtsstunde der endlosen Programme für die Sommermonate. Während Kalle und all die anderen während der Zeit ihre Eier schaukelten, war er mit Warten auf Constance beschäftigt. Zugeständnisse machte sie nur an den Donnerstagen, wenn sie den Helm aufsetzte. Das war von seiner Liebe übriggeblieben. Eine unglaubliche Scham überkam ihm bei dem Gedanken.
Aber nun dachte er erstmal an Liz, deren schmachtenden und fragenden Blicke er vor ein paar Tagen aufgefangen hatte. Er mußte sie treffen!

Fortsetzung folgt, wenn ihr mögt 😉

8 thoughts on “ein Foto und seine Folgen”

  1. Wirklich sehr erfrischend, zumal das alles wohl sehr spontan kommt. Da gibt es doch tatsächlich noch Menschen mitten im angeblichen Sommerloch, die Spaß verstehen :mrgreen:

    Ich werde hier zum Stalker 😉

    1. herzlichen Dank Wanda. Ich freue mich ja, wenn andere auch etwas Spaß haben :mrgreen: Ist ja nicht Jedermanns Geschmack, wie man an den spärlichen Kommentaren sieht.

      Egal, wenn mir etwas einfällt, lass ich dich das wissen. Willkommen im blog

  2. Ihr geht unter die Literaten? Viel Glück. Und ja, warum nicht fortsetzen.

    Allerdings wird die ganze Geschichte nie so gut wie dieser erste Kommentar. Der fasst eigentlich die ganze Geschichte perfekt zusammen.

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