hatte ich im Leben nicht viele. Meine liebste Freundin ist vor Jahren an Krebs gestorben und wir konnten uns gegenseitig viel geben in der Zeit des Abschieds. Wenn Freundschaften zerbrachen, waren es für mich keine und ich kann das inzwischen auch gut wegstecken. Ich hatte eigentlich genug Verletzungen und Enttäuschungen im Leben; mein Panzer ist dicker geworden und ich kann gut damit leben.

Freundschaft bedeutet für mich, dass man sich Dinge sagen kann, die man keinem anderen sagt. Freundschaft ist für mich Zuhören, gemeinsames Lachen und Lästern; sich ausheulen können, wenn die Zeit dafür da ist. Den Anderen anzunehmen, wie er ist und zu respektieren. Freundschaft ist für mich, dem anderen auch Unbequemes zu sagen, ohne ihn zu verletzen und ich will auch nicht verletzt werden. Mit Launen der falschen Freunden will ich mich nicht abgeben , bloß kein falsches Wort sagen, das ist lästig und anstrengend und dafür bin ich zu sensibel.

Behandel den anderen so, wie du selbst behandelt werden möchtest, das ist meine Maxime und ich versuche danach zu leben.

Ich habe in den 9 Tagen eine Freundin wiedergefunden und obwohl wir sehr unterschiedlich sind in unseren Tages- und Nachtabläufen, hatten wir sehr schöne Gespräche, die tiefer gehen als die, die ich normalerweise hier mit Menschen führe (einzige Ausnahme ist die Frau vom Berg, falls sie mich mal ausreden lässt ;-). Ich habe sie wiedererkannt und erinnere mich an ihre Mimik und Gesten vor rund 30 Jahren, die sich nicht verändert haben. Auf jeden Fall werden wir uns nicht mehr aus den Augen verlieren.

Ich wünsche mir mehr von diesen Gesprächen, die nicht nur immer die Oberfläche streichen oder von Vorurteilen und Abqualifizierungen geprägt sind. Das ist das einzige, was mir hier in Spanien fehlt.

Hartmut hat mit seinem Beitrag ‚reden sie mit mir‘ voll ins Schwarze getroffen. Bitte in Beziehungen und Freundschaften anwenden!

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22 thoughts on “Freundschaften

  1. @hartmut
    stimmt, ich höre den einen oder anderen Mann noch heute öfter mal grunzen;-)

    @donna
    willkommen im blog. Das mit deiner fiktiven Freundin ist nicht schlecht. Das sollte ich mir vielleicht auch mal überlegen;-)

  2. vielen Dank für eure Kommentare. Ich denke, wir sind ja alle Ergebnis unserer Erfahrungen. Machen wir das Beste draus 😉

  3. Bei Männern ist das einfacher mit den Freunden:
    „Ein Freund ist einer nach dem du nur die Hand auszustrecken brauchst, und er gibt dir den richtigen Schraubenschlüssel.“
    Das Reden spielt da keine große Rolle. Und auf die elementare Frage: „wisn Bier?“,gibt es ohnehin nur eine gültige Antwort: „logen“. Also kann aus die entfallen. 😉

    Holger Ehrlichs letzter Blog-Beitrag..Foto Nr.66 – Häuser am Lichtenbergplatz III

    1. das ist wirklich ein Phänomen bei Männern :mrgreen: Vielleicht sind sie in der Beziehung entspannter und haben nicht so hohe Ansprüche?

      1. Das ist keine Frage des Niveaus. Die Ansprüche sind einfach andere. Männerfreundschaften sind prakmatischer. Es geht nicht darum an den anderen zu denken, Karten zu schreiben oder sonstige Aufmerksamkeiten vorzuhalten. Wenn mich mein Freund Michael nachts anruft, weil er meine Hilfe braucht, dann bin ich sofort dabei. Da spielt es keine Rolle, dass er die letzten drei Jahre nichts hat von sich hören lassen. Und umgekehrt ist es genauso. Solche Freunde hat Mann natürlich nur wenige.

      2. Ich schätze mal, dass sind einfach noch unsere Gene. Wir sind in der Entwicklung noch immer Opfer unserer Evolution. Früher brauchten die Männer auf der Jagd weniger Worte und soziale Interaktion. Es wurde gegrunzt und fertig.
        Die Frauen, die im Dorf zurückblieben, frönten der Kommunikation und achteten eben auf soziale Strukturen.
        Mal so kurz und schmerzlos dahin geschrieben.

        Hartmuts letzter Blog-Beitrag..Energie-Vampire

  4. Über viele Umwege habe ich vor Jahren meinen Schulfreund, der in Australien lebt, wiedergefunden. Jugendjahre prägen enorm. Die Vertrautheit war sofort wieder da, als wir uns in Deutschland trafen. Wir hatten so wenig Zeit und so viel zu erzählen… Naja, nun mailen wir unregelmäßig – aber eins steht fest: We keep in touch!

    Ach ja, und dann gibt es noch meine fiktive Freundin Billa, über die ich in meinem Blog schreibe. Sie ist so etwas wie eine Wunschfreundin – glaube ich…

    Auf wunderbare Freundschaften auch unter Bloggern!
    LG – Donna

    Donnas letzter Blog-Beitrag..Momentaufnahme

  5. Vielen Dank, Barbara!
    Ich finde es toll, wie sich mein anfänglich aus Frust geschriebener Text verselbständigt und eine tolle Wendung bekommt. Mein „Problem“ hat sich zwar nicht gelöst, aber ich fühle mich total bestärkt und aufgehoben, wenn ich die positiven Rückmeldungen lese. Dann hat er etwas bewirkt, hat seine negative Ausstrahlung verändert und das ist toll.

    Ich haber auch nicht mein Vertrauen in Freundschaften verloren. Ganz und gar nicht. Ich weiß, dass man Freundschaften pflegen muss. Ich weiß, dass Toleranz und Mitgefühl, Respekt und Vertrauen die obersten Gebote sind. Freundschaft bedeutet Kommunikation. Dabei ist es dann auch unerheblich, ob sie im Internet geknüpft wurde oder es sich um eine aus Kindertagen handelt. Dabei ist es sogar unerheblich, ob man sich sieht, bisher nur kurz miteinander chattete oder wie auch immer. Es kommt wohl auf die Wellenlänge an und auf die Intensität, sich wirklich aufeinander einzulassen.
    Ich selbst habe einen Freund seit 30 Jahren, mit dem ich höchstens 2mal im Jahr telefoniere. Ich wüßte, wenn etwas sein sollte, wäre er sofort da für mich und umgekehrt kann er sich auch zu 100% auf mich verlassen. Freundschaft bedeutet, einfach auch mal durchzuhalten und nicht gleich die Brocken in die Ecke zu werfen. Das ist wohl in dieser schnelllebigen Zeit das Schlimmste, dass keiner bereit mehr ist, Gefühle zu investieren. Da wid dann mal schnell gestritten, wenn überhaupt, und aus dem Leben gestrichen.

    auweia, nun hab ich wieder einen meiner bekannt ellenlangen Kommentare abgelassen. Egal, Hautpsache, es tut gut und das hat es 🙂

    Liebe Grüße
    Hartmut

    Hartmuts letzter Blog-Beitrag..Eurovision Song Contest 2009 – Finale

    1. das mit der schnelllebigen Zeit ist wohl wahr, aber die Zeit lässt sich wohl nicht aufhalten.

      Ich bewundere dich ja wegen deiner langen Kommentare;-) Dankeschön

  6. Da schreibst Du mir ausm Herzen!
    „Behandel den anderen so, wie du selbst behandelt werden möchtest“ – das versuche ich auch immer wieder an meine beiden Kids weiterzugeben, denn es scheint mir was vom wichtigsten überhaupt.

    hier und jetzts letzter Blog-Beitrag..Musik von A bis Z – Stöckchen

  7. ich hab eine gute freundin und viel zu viele bekannt/innen, die ich gern reduzieren möchte, krieg es aber nicht gebacken… 😐
    schön, dass deine freundschaft so eine lange zeit überauert hat :mrgreen:

  8. Kann mich dem was geschrieben wurde, nur anschliessen..

    Möchte allerdings dazu sagen, meine negativen Erfahrungen, waren fast nur „Freundschaften“ aus dem InterNet, wo es sich mit der Zeit herausstellte das es keine waren…
    Nunmehr beende ich meist Kontakte, wenn ich spüre das sie nicht
    ehrlich sind, denn ich mag nie mehr so verletzt werden. Dazu bin ich zu sensibel..
    Im Netz benutzt man sehr schnell das Wort „Freund/Freundin/Freundschaft“..Oft hat man weder miteinander telefoniert noch sich real gesehen.
    Natürlich möchte ich die schönen Kontakte aus dem I-Net (denn die giebt es) nicht missen.

    Ich habe auserdem das grosse Glück eine Freundin noch aus Kindertagen zu haben..wir wohnen weit entfernt von einander (Abstand braucht kein Hinder sein), aber es ist immer das Gefühl da, als wenn wir uns gerade gestern gesehen haben. Diese Freundschaft besteht schon seit über 50 Jahren.
    Unser beider Leben hat sich völlig verschieden entwickelt..wir konnten uns Jahrelang nicht sehen, und trotzdem können wir auch heute immer über alles, wirklich alles reden uns zusammen freuen und lachen..dafür bin ich sehr dankbar.

    Herzliche Grüsse, Elke

    Nordstars letzter Blog-Beitrag.."Farbe bekennen" Tag 15- Farbe Dunkelgrün

    1. deine Erfahrungen sind ähnlich wie meine und die ‚Freunde‘ aus dem Internet kommen und gehen. Da muß man schon dranbleiben, um sich nicht aus den Augen zu verlieren. Danke für deinen Kommentar

  9. Mir fehlen echte Freunde, aber so wie ich lebe, mal hier, mal dort, bleiben Freundschaften meist auf der Strecke. Jedenfalls hab ich letzens die Erfahrung gemacht, dass es so nicht geht – und ich bin immer noch recht geschockt, lass momentan niemanden an mich ran.

    Ich glaube, im Leben wächst man halt auch aus Freundschaften heraus, das Leben ist Wandel und jeder entwickelt sich auf verschiedene Art . Freundschaft kann genauso schwierig sein, wie Liebe.

    Maries letzter Blog-Beitrag..Also entschieden

    1. Ich muss dazu noch was sagen, es gibt schon einen Menschen, von dem ich alles weiss und der auch so viel von mir weiss, neben mir steht und mich unterstützt – wo langsam eine sehr innige Freundschaft wächst. Also so unfreundschaftlich ist mein Leben nicht 😉

      Maries letzter Blog-Beitrag..Also entschieden

  10. Schön geschrieben und getroffen. Oft scheitern Freundschaften ja auch daran, das sie nicht gepflegt werden, das vielleicht vieles als selbstverständlich genommen wird, was es nicht ist.
    Ich hab irgendwann mal eine radikale Kehrtwendung in meinem Leben vollzogen und das hat mich auch viele Freundschaften gekostet, weil´s einfach nicht mehr gepasst hat.

    Umso mehr freue ich mich auf heute. Ich treffe mich gleich mit einer guten Freundin zum Flohmarktbummel.

    Frau Momos letzter Blog-Beitrag..Polizei löst Homosexuellen-Demo in Moskau auf

  11. Du sprichst mir aus dem Herzen, nur dass ich seit ganz vielen Jahren keine ‚echte‘ Freundin mehr gefunden habe… aber ich bin sowieso ein ‚antisozialer‘ Einzelgänger und sehr gern allein… zum Glück, sonst hätte ich ein echtes Problem. Aber ich freue mich für Dich!!

    Arabellas letzter Blog-Beitrag..Trauriges Wetter in Blanes

    1. ich hab seit 30 Jahren eine solche Freundin und seit ca. 5 Jahren einen solchen Freund und ich genieße das sehr 🙂

      Birgits letzter Blog-Beitrag..“Reden Sie mit mir”

  12. Nun ja, es redet und schreibt sich immer so schön, von der Ehrlichkeit in der Freundschaft und dem Annehmen, wie man ist usw. Das hört sich dann für mich an, wie die philosophischen Sprüche auf dem Kalenderblatt.

    Freundschaft ist etwas sehr kompliziertes, mindestens ebenso kompliziert, wie die Menschen, die daran beteiligt sind und das wichtigste: Freundschaft ändert sich. Sie verändert sich mit dem Leben, den Lebensumständen, dem Lebensalter. Manchmal wächst die Freundschaft mit und manchmal wächst man selbst aus der Freundschaft heraus, dann wird man getrennte Wege gehen.
    Richtig ist: Man kann im Leben eigentlich nicht viele gute Freundinnen oder Freunde haben. Denn die brauchen Zeit und Energie: Beide stehen einem nicht unbegrenzt zur Verfügung.

    Sammelmappes letzter Blog-Beitrag..Das Grundgesetz

  13. Kompliment für Deinen und Hartmuts Beitrag – ich schließe mich beiden an!

    Birgits letzter Blog-Beitrag..Shoot from the Hip

  14. morgen komme ich vorbei auf einen Kaffee und weil Sonntag ist darfst Du dann auch mal reden :mrgreen:
    ich kann dann ja Heidi scheren, während Du mich dann vollsabbelst 😉

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