Nichts ist so stark wie die Menschennatur. Barcelona versucht mit allen legalen Mitteln zu verhindern, dass die Stadt von halbnackten Touristen überschwemmt wird, die in Bikinis und Badelatschen auf den Boulevards flanieren , mit nacktem Oberkörper die Sagrada Familia fotografieren und zu später Stunde ihren Bierkonsum in die Blumenkübel der historischen Plätze ablassen. Die sommerlichen Temperaturen haben auch eine andere Schicht ins Schwitzen gebracht: die ungezählten Prostituierten. Sie bieten heute ihre Dienste im Tanga und in Strandlatschen an. Aus vielen Innenstädten sind sie aufgrund der überhand nehmenden Beschwerden der Bürger verbannt worden, aber da Prostitution als solche nicht strafbar ist (die Menschennatur, wie gesagt, ist stärker als alles andere) ziehen sich die Mädchen auf die kleineren Landstrassen zurück. Dort sind sie allerdings allgegenwärtig, wie auch in den neu angelegten Kreiseln an Ortseingängen.

Die Provinz Lleida hat –allerdings erfolglos – versucht, die Damen des ältesten Gewerbes der Welt umzuschulen. Sie konnten zwischen einem Katalanischkurs und der Einführung in das Computerwesen wählen. Nur 20 Frauen und Mädchen interessierten sich für diese Kurse, vor allem, um damit die Zahlung der hohen Bussgelder zu umgehen, die für den Sexverkehr in der Öffentlichkeit inzwischen erhoben werden. Im Wiederholungsfall können die nämlich stolze 3.000 Euro erreichen.


mit freundlicher Genehmigung der arena

Sie sitzen in der gleißenden Hitze auf kleinen Stühlchen mit Sonnenschirm und warten auf notg*** Autofahrer. Irgendwie tun sie mir auch leid, aber es ist wirklich kein schöner Anblick und die Vorstellung der schwitzenden Männer und der Prostituierten, die sich anbieten, verursachen bei mir leichte Übelkeit.

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13 thoughts on “Katalanischkurse statt Sex”

  1. Scheint hier heute ein Tag der Mißverständnisse zu sein 😉

    Bei der Hitze, die bei Euch vorherrscht, hätte ich auch diese Gedanken Barbara, wenn ich die Frauen auf der Straße sitzen sehen würde.

  2. Ich wollte die Frauen auch keineswegs abwerten. Ich sehe das als Beruf wie jeden anderen auch, solange die Frauen es freiwillig machen. Und es gibt unanständigere Berufe als Prostitution.
    Investmentbanker z.B. 😈

  3. PS meine damit diese ganzen IT Girls, die sich nur auf Promis stürzen, um davon zu partizipieren.
    Habe mich schlecht ausgedrückt vorhin, bevor es jemand der Leser in den falschen Hals bekommt und ich gesteinigt werde, oder Schlimmeres 😎

  4. ist nicht auch jede Frau die von einem mann lebt in gewisser Weise eine Prostituierte?

    abgesehen davon hat man mir mal gesagt Sprachen lernt man am Besten im Bett.
    Was denn nun?

    1. Auch wenn ich meine, dass das jetzt zu weit hergeholt ist und mit dem Straßenstrich nichts zu tun hat, magst du in gewisser Weise Recht haben.

      Ansonsten wird bei uns nur deutsch gesprochen;-)

  5. Ich denke, das ist ein Gewerbe, mit dem wir einfach leben müssen. Wir würde auch übel werden, aber ich gehe dem Beruf ja nicht nach und ich glaube kaum, das Du eine Prostituierte mit solchen Angeboten zum Aufhören verleiten kannst.
    Ziemlich dämliche Idee, wenn man mich fragt.

    1. Versuch macht klug und ich denke, für die meisten Frauen in diesem Gewerbe wäre das Leben vielleicht angenehmer, wenn der Ausstieg nicht so groß wäre. Bei der Arbeitslosigkeit hier bezweifel ich aber auch ein derartiges Sprungbrett in einen anderen Beruf.

  6. ich glaub hier könnteste auch keinen anloken wenn du ihnen ein informatik oder deutsch kurs anbietest. die verdienen (meistens) zuviel um so was zu machen.

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